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Katja Beer

Schön, dass Sie da sind

Mir ist nicht so recht klar, wie ich diese Website jetzt eröffne. Es sollen ja nicht nur alle meine Daten, Aufführungsorte, Konzerte, Projekte, Konfektions- und Schuhgrößen hier in angemessener Form erscheinen, sondern hinter und neben all diesen Informationen auch ich als normaler Mensch zu sehen sein.

Dieses ist umso erstaunlicher, als ich natürlich keine Ahnung habe, WER denn nun gerade diesen Text liest?? Ein potentieller Arbeitgeber, der ganz schnell einen Ersatz für XY braucht und gehört hat, dass ich extrem gut und schnell im Einspringen bin (siehe Lebenslauf!)? Ein Kollege, der meine Termine vergessen hat und sich wundert, ob ich gerade in Chile, Riga oder Minden stecke?

Ein Mitschüler aus dem Musik- oder Physikleistungskurs der Oberstufe, der sehen will, was aus der Frau geworden ist, die sich nicht so recht zwischen Medizin und Gesang entscheiden konnte? Die Kommilitonen aus Hamburg, Paris oder New York, die meine Handynummer verloren haben und Übernachtungsmöglichkeiten nebst Pasta und Welsfilet in Salbeibutter in Berlin suchen?

Oder vielleicht jemand, der mich noch gar nicht kennt, gerade Gesang studiert und überlegt, ob eigentlich alle, die vom Singen leben, schon immer so erfolgreich waren, wie es sich dann im Internet darstellt.

Hier eine klare Antwort: NEIN!!!!!!!!! Aber alle tun so. Ich auch! Man übt und studiert und hofft und sucht und findet und verliert wieder… und will immer mal wieder alles hinschmeißen. Aber dann gibt es diese magischen Momente, wenn man völlig selbstvergessen vor sich hinsingt, im Aufnahmestudio, auf der Opernbühne mit Jochanaans Kopf in der Hand oder an der Klippe, von der man gleich springt, damit der verfluchte Holländer doch noch seine Ruhe findet.

Da weiß man dann hundertprozentig: das genau ist es! Das ist einfach bei allem anderen Leben und Lieben genau das, was ich machen will.

Naja, und dann bleibt man dran und früher oder später findet man all das, wovon man die ganzen Jahre geträumt hat. So ungefähr ist es bei mir. Ab da macht es dann wirklich richtig Spaß!

Seit 5 Jahren singe ich das dramatische Sopranfach und je verrückter die Weiber werden, je großartiger die Musik, umso mehr fühle ich mich zu Hause. Ob Einspringer oder 6 Wochen Probenzeit, ob auf lettisch, italienisch, russisch, deutsch, englisch, französisch oder hebräisch gearbeitet und gesungen wird, Konzert oder Oper, Uraufführung oder hochromantisches Werk, ich finde Singen einfach GROSSARTIG!!

So, das waren genug der Geständnisse. Viel Spaß bei den folgenden Seiten. Falls mehr Informationen gebraucht werden, als hier aufgezeigt sind, melden Sie sich. Ich freue mich über Nachrichten.

Katja Beer.